Interwiev mit Wade Driver

Autor: Jiří Ščobák | 15.1.2013 o 13:04 | (upravené 16.1.2013 o 11:35) Karma článku: 0,00 | Prečítané:  204x

Er callt seit mehr als 54 Jahren. Rhythm records bringt seine Aufnahmen seit dem Jahr 1975 heraus. Vor drei Jahren hat er in Stockholm gecallt, war aber ansonsten in den letzten 15 Jahren nicht in Europa. Vom 3. bis 5. Mai 2013, wird er unser 22nd Star Majovka in Bratislava callen. Sein Name ist Wade Driver.

Warum warst Du so lange nicht in Europa?
Eine Reihe von Gründen: 1) Als ich während des Winters in Mesa callte, hatte ich tatsächlich keine Zeit wegzufahren. 2) Als ich nach Texas zurückkehrte, verlor ich meine Frau durch einen Schlaganfall und verlor weitgehend die Lust irgendetwas zu tun. 3) Nachdem ich wieder mit dem Callen angefangen hatte, war ich nicht so sehr daran interessiert ins Ausland zu fahren, da die Reisekosten zu hoch waren als dass es sich rentiert hätte.

Freust Du Dich darauf?
Auf jeden Fall! Meine Frau und ich waren noch nie in Wien oder in der Slowakei, daher sind wir sehr gespannt auf die Reise.

Wirst Du einen neuen Rythm Records Singing Call auf Rhythm Records mitbringen, wenn Du nach Bratislava kommst? Oder vielleicht etwas , was noch nicht veröffentlicht ist?
Wahrscheinlich. Ich werde im April gerade drei neue Stücke veröffentlicht haben, die werde ich auf jeden Fall benutzen.

Was sind Deine Zukunftspläne mit Rhythm Records?
Meine Absicht ist es, qualitativ gute Musik für Caller zu machen, so lange ich dazu in der Lage bin und das Produkt gefragt ist.

Entscheidest Du Dich vorher, wie viele Singing Calls Du in einem Jahr aufnehmen willst?
Ich nehme alle drei Monate mindestens drei neue Singing Calls auf. Manchmal sind es vier oder fünf.

Wo findest Du Inspirationen für neue Stücke? Kaufst Du CDs, hörst Radio oder surfst auf YouTube?
Entweder aus dem Autoradio (Satelliten-Radio), in einem Restaurant, oder durch Vorschläge von Callern. Normalerweise funktioniert gerade mal eins von zehn für das, was wir brauchen.

Du hast über 300 Platten produziert. Ist es Dir je passiert, dass Du in dem Moment, als der Singing Call fertig war, mit dem Ergebnis unzufrieden warst und ihn nicht veröffentlichen wolltest?

Ja! Ja! Ja! Ich würde sagen, dass es mindestens sechs oder acht fertige Stücke gab, die ich mich weigerte zu veröffentlichen und bei denen ich das Band zerstört habe. Manche Sachen, die sich wie eine gute Idee anhören sind das dann doch nicht. Oft beginne ich mit einem Arrangement für ein Lied und stelle dann fest, dass es nicht funktioniert.

Wie lange dauert es im Schnitt, einen neuen Singing Call zu schaffen?

Von der Inspiration bis zu einem vollständigen Arrangement ungefähr drei bis vier Stunden. Dann gehe ich ins Studio und die Zeit dort variiert, je nach dem, wie schnell die Musiker verstehen, was ich will. Die Aufnahme ist der einfache Part. Lied-Auswahl und Arrangement sind alles.

Ich weiß, dass Du vor Jahren unglücklicherweise einige Originalaufnahmen deiner Kompositionen verloren hast und dann hast Du eine Zeitlang nichts Neues aufgenommen. Jetzt ist es möglich, alles von Rhythm Records im MP3-Format zu bekommen. Wie hast Du es geschafft, eine ausreichende Qualität dieser Aufnahmen sicherzustellen?
Ich benutzte ungespielte Vinylplatten und reproduzierte die Musik digital. Der tatsächliche Zeitaufwand war ungefähr ein bis zwei Stunden pro Stück. Obwohl ich die Original Bänder habe, können die Stücke aufgrund der Abnutzung des Bands nie neu gemischt werden.

Was für eine Art von Anlage benutzt Du? Hilton, Yak Stack, Elektro-Voice?
Ich benutze eine Hilton MA-150 oder eine Hilton AC 500, und einen oder mehr Yaks, je nach Größe der Veranstaltung. Obwohl das Output der Yaks nicht so eine hohe Qualität hat wie manch anderer Lautsprecher, wird ihr Output von den Tänzern am besten verstanden.

Apropos, auf Facebook ist mir eines Deiner Fotos aufgefallen, auf dem Caller zu sehen sind, die Yak Stacks signieren. Was hatte es damit auf sich? Was für eine Veranstaltung war das?
Auf der CALLERLAB Convention in Nashville spendete Palomino einen Yak Stack, der von den anwesenden Callern signiert wurde. Der Yak wurde dann meistbietend versteigert und das Geld an die CALLERLAB Foundation gespendet. Ich glaube, das Ganze hat 700$ eingebracht.

Bevorzugen moderne Caller in den USA im Allgemeinen Notebooks, MP3-Spieler, Mini-Disk-Spieler oder Platten?
Die überwältigende Mehrheit der Caller benutzt heute Notebooks. Manche benutzen ihre IPhones oder MP3-Spieler, aber die Speicherkapazität ist nicht ausreichend und es gibt keine Cue Sheets und keine Musik-Kontrolle.

Wirst Du nostalgisch in Anbetracht der „guten alten Zeit“, als alle Caller Plattenspieler und Vinyl-Platten benutzten?
Eine Zeitlang war ich das, aber jetzt nicht mehr. Das Notebook hat einfach zu viele Vorteile.

Ich ordne meine Singing Calls hinsichtlich der Häufigkeit und Vorliebe mit der ich sie benutze. In einem Ordner, der TOP heißt, habe ich die folgenden Stücke: Amarillo By Morning, City Of New Orleans, Country Roads, Dock Of The Bay, Mountain Music, und Rhythm Of My Heart. Das sind Kompositionen, die die Tänzer in meinen Clubs kennen und mögen. Hast Du davon welche in der letzten Zeit benutzt?
Während des letzten Monats habe ich jeden einzelnen dieser Titel gecallt. Egal wie alt, gut bleibt immer gut.

Welche von den Rhythm Records Singing Calls gehören zu Deinen Favoriten?
Natürlich sind die neueren Stücke immer die Favoriten des Augenblicks, aber von allen, die wir gemacht haben sind meine Liebsten: All Wrapped Up In You, Key Largo, Mountain Music, Country Fiddle Blues, Scotch And Soda, Suspicious Minds und Best Of My Love.

Auf YouTube finden sich Videos des letzten Jahres, auf denen man neben Dir Johnny Preston, Gary Shoemake, Marshall Flippo, Mike Sikorsky, Ken Bower und Tony Oxendyne findet. Gibt es einen Caller neben dem Du Dich auf der Bühne nervös fühlen würdest?
Nein.

Unterscheidet sich das Callen in den USA vom Callen in Europa?
Sehr! Ich stelle fest, dass Tänzer in nicht-englischsprachigen Ländern normalerweise besser tanzen, da ihre Konzentrationsfähigkeit größer ist. Außerdem ist das Durchschnittsalter der Tänzer in Europa und Asien jünger, als in den Staaten.

Seit 50 Jahren lebst Du das Square Dance Leben. In dieser Zeit hat es viele Veränderungen gegeben hinsichtlich Figurennamen und ihrer Einordnung in die verschiedenen Tanzprogramme usw. Wie hast Du Dich bei diesen Veränderungen gefühlt? Siehst Du so etwas wie Fortschritt? War es je schwierig für Dich als Caller, Dich an solche Veränderungen anzupassen?
Im Dezember war es 55 Jahre seit meinem ersten Tip und ersten Singing Call. Die hauptsächlichen Veränderungen seit damals liegen in der Ausrüstung, die wir benutzen und den Orten, an denen wir tanzen. Ich habe 15 Jahre getanzt, bevor ich in eine klimatisierte Halle kam. Meine erste Platte war eine 78rpm und die Anlage war eine 40 Watt Newcomb mit einem Lautsprecher und einem Monitor. Davon abgesehen lagen die Hauptveränderungen im Hinzufügen von Figuren und einer Zunahme an Komplexität in unserer Choreographie. Auch, und das ist sehr wichtig, haben wir nun vielfältige Könnensstufen und dazu passenende Tanzlevel. Ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich mag es, wenn wir alle zusammen tanzen und auf die Fähigkeit des Callers vertrauen müssen, es für alle interessant und lustvoll zu machen. Meiner Meinung nach benutzen Caller die zusätzlichen Figuren manchmal als „Krücke“, anstatt wirklich an ihren Fertigkeiten zu arbeiten. Nur meine Meinung.

Kann Dich nach 55 Jahren als Caller noch irgendetwas überraschen?
Ich werde täglich überrascht: Von meiner Frau, meinen Kindern, meinen Enkelkindern, meinen Tänzern und auch von Callern. Glücklicherweise sind die meisten Überraschungen gute.

Über welches Thema hast Du in letzter Zeit einen Workshop gehalten?
Ich teache gern neue Figuren, um den Tänzern ihre Basics besser beizubringen. Zum Bispiel habe ich mit „cross roll to an ocean wave“ gearbeitet, um meine MS und Plus Tänzer in der Verwendung von „cross run“und „run“ sicherer zu machen. Es ist ein C1 Call aber es bringt Spaß und ist schnell beigebracht.

Welche Figuren bringst Du den Anfängern in der ersten Stunde einer Class bei?
„Circle left“ im Takt der Musik. Ich bestehe darauf, dass sie einen vollen Kreis in genau 16 Schritten abschließen. Das bringt ihnen bei, wie groß die Schritte sein müssen und scheint alle dazu zu bringen, sich im gleichen Tempo zu bewegen, egal wie groß sie sind. Dann teache ich die Allemandes und die korrekten Handhaltungen. Abhängig von den Fähigkeiten der Students komme ich am ersten Abend bis zu den „Chains“.

Auf Deiner Webpage sind mehrere Flyer für Caller Schools veröffentlicht. Auf einem davon erscheint das Thema „Verstehen, was es bedeutet ein Leader zu sein“, als Teil des Programms. Was bedeutet der Ausdruck „ein Leader zu sein“ für Dich persönlich?
Für mich bedeutet er, Verantwortung zu übernehmen für mein Tun und damit ein Beispiel zu geben, dem andere folgen dürfen. Ich glaube stark daran, dass alles, egal was auf meinem Floor passiert, letztlich in meiner Verantwortung liegt.

Wenn Du einem Anfänger-Caller gegenüberstehen würdest, was würdest Du ihm zuerst beibringen?

Die Wichtigkeit, zu wissen, wie man tanzt, gefolgt von der absoluten Notwendigkeit, zu wissen wo jede Figur beginnt, wie sie getanzt wird und wo sie endet. „Es ist sehr leicht, schwierig zu callen. Es ist sehr schwierig, leicht zu callen.“ Ein neuer Caller kann keine Richtung vorgeben, wenn er nicht weiß, wohin er geht.

Du hast schon viele Caller Ausbildungen geleitet. Worin versuchst Du Callern am öftesten zu helfen, sich zu verbessern?
Es gibt viele Caller Schools, bei denen der Schwerpunkt auf Choreographie und Auflösung liegt. Diese Dinge sind notwendig, aber ein Caller muss gleichzeitig lernen, gut zu klingen. Rhythmus, Timing, Flow, Intonation und Präsentation werden meiner Meinung nach nicht genug unterrichtet. Das sind die Dinge, auf die ich den größten Schwerpunkt lege, wenn ich mit (einem) Caller(n) arbeite.

Jetzt möchte ich noch eine Frage über Plattenproduktionen stellen. Seit mehr als zwei Jahren koordinierst Du ein „Clearing House“, eine Liste von Kompositionen, die Plattenfirmen auf der ganzen Welt herauszubringen planen. Wie ist es zu diesem Projekt gekommen? Sind alle, die einmal damit angefangen haben noch dabei?
Das „Clearing House“ war meine Idee, begründet auf einem vor Jahren fehlgeschlagenen Versuch das Gleiche zu tun. Diesmal, mit Unterstützung durch E-mail und bei geringeren Gewinnen beteiligen sich, so weit ich weiß, alle Produzenten daran und wir hatten in zwei Jahren keine einzige Doppelproduktion.

Du tanzt seit dem Jahr 1957. Du musst viele interessante Stories gehört haben, wie sie „alte“ Tänzer und Caller erzählen. Geschichten, die heutzutage fast vergessen sind. Das bringt mich zu meiner letzten frage: Kann ich Dich dazu bewegen uns eine „Texanische Legende“ oder eine andere amüsante Anekdote zu erzählen?
Vor ein paar Jahren rief mich Marshall Flippo an mit einem Vorschlag für ein Lied, das ich aufnehmen sollte. Ich sagte ihm, ich hätte es nie gehört und er sagte, er würde mir die CD schicken. Ein paar Tage später erhielt ich das Päckchen, öffnete es und rief sofort bei Flip an. Ich hab das Päckchen bekommen, sagte ich ihm. Er sagte: „Wie gefällt dir das Lied?“. Ich sagte: „Das wäre leichter zu sagen, wenn du die CD in die Hülle getan hättest, anstatt sie in deinem Auto zu lassen.“ Ich bekam die CD später und in der Zwischenzeit hat Flip „Muddy Water“ herausgebracht.

Die Fragen stellte Jirka Scobák, Caller für Karolína SDC Bratislava, Slowakei
Übersetzung Tschechisch-Englisch: Jessica Jayne Martin, Tarantela Olomouc, Tschechische Republik
Übersetzung Englisch-Deutsch: Nicole Siebentritt und Dave Preskitt, Stuttgart, Deutschland

Veröffentlicht in ECTA News - Issue 75

Wade Driver - Video

Wade Driver - Web

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